Ich habe vor einiger Zeit einen Amiga 2000 mit einem Board Rev 4.3 zusammengebaut. Das Board war funktionsfähig, das Netzteil auch in Ordnung. Also ein voll funktionsfähiger AMIGA 2000.

Einen passenden Commodore Monitor habe ich zwar im Keller stehen, aber für den Testaufbau war es mir zu umständlich den hoch zu schleppen. Mit einem RGB2Scart Kabel bin ich dann auf einen LED-Monitor. Das Bild war zwar annehmbar scharf, aber es hat einen Gelbstich.

Monitorausgang

Der Ursache des Gelbstichs bin ich noch nicht nachgegangen. Wenn ich Zeit finde, werde ich das noch untersuchen.

Zufällig stieß ich auf das RGBtoHDMI Projekt von LinuxJedi. Da ich SMD-Löten nicht immer so sauber hinbekomme, entschied ich mich eine fertige Platine zu kaufen.

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Ich will hier auch darauf hinweisen, dass es sich hier um die alte Version handelt. Es gibt eine neue Fassung der Karte, mit einigen Verbesserungen. Wer also SMD löten kann, dem empfehle ich die neue Fassung.

Die neuere Karte besitzt ein Complex Programmable Logic Device (CPLD), der Nachfolger der Programmable Array Logic (PAL). Aufgrund des CPLDs wird kein Jumper mehr für die Unterscheidung zwischen Denise und Super Denise benötigt. Außerdem werden schwimmende Pixel die mit meiner verwendete Karte auftreten können ausgeschlossen. Und ein weiterer Vorteil, sollte es in der Programmierung des CPLD Fehler geben, besteht die Möglichkeit hier eine neue Firmware aufzuspielen.

Aber zurück zu meiner Karte - auch wenn sie veraltet ist. Zu der Karte wird ein Raspberry Pi Zero benötigt. Dieser wird mittels seiner GPIO-Pins auf die Karte gesteckt, falls der Zero also noch keine GPIO-Pinleiste hat, muss diese erst aufgelötet werden. Über den HDMI-Ausgang des Raspi wird dann später das Videosignal des Amigas ausgegeben.

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Damit die Karte auch einen richtigen Halt im Slot hat, sollte man ein entsprechendes Slotblech verwenden. Diese gibt es zu kaufen (ebay) oder man kann es selbst drucken, eine entsprechende Steuerdatei für die passende Slot-Abdeckung für einen 3D-Drucker findet man hier.

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Ich selbst habe (noch) keinen 3D-Drucker, aber die Slot-Abdeckung in ebay kaufen wollte ich auch nicht kaufen, da diese mitunter mit Versand 14 Euro kosten. Zum Glück kenne ich jemanden, der einen 3D Drucker hat. Nachdem ich ihm die Steuerdatei geschickt hatte, hat er innerhalb weniger Stunden das Ding gedruckt. Eigentlich wollte er nix dafür haben, aber gegen etwas Bier hatte er letztendlich nichts auszusetzen. Die Verschmutzung der Abdeckung kommt davon, dass auf dem Drucktisch wohl noch Farbreste waren, aber das finde ich nicht tragisch, erstens sieht man es nicht, weil hinten und zweitens, sollte es mich irgendwann stören, lackiere ich es einfach.



Bei den Slotabdeckungen muss man auch auf die Kartenversion achten. Die neue Version hat 3 Knöpfe, dementsprechend braucht die Abdeckung 3 Löcher für die Taster. Meine kommt mit einem Knopf aus. Übrigens sind die Pins für die Taster bei allen Versionen sowohl Richtung Front als auch Rückseite auf der Karte vorhanden. Somit kann man überlegen, ob man die Knöpfe vorne oder hinten an die Slot-Abdeckung anbringt. Ich habe mich für letzteres entschieden. Ein passendes Loch ist ja vorhanden und ich wollte nicht irgendwo in die Front des Amigas Löcher reinbohren um den Taster anzubringen oder besonders hässlich, ein Kabel mit dem Taster heraushängen zu lassen.

Jetzt noch schnell ein Kabel mit Stecker für die Taster-Pins löten, Taster in die Abdeckung festschrauben und dann fast fertig.

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Die Steuerdatei hatte zwar die korrekten Bohrungen vorgesehen, aber bei den Befestigungspunkten für die Karte an der Slot-Abdeckung hatte der 3D-Drucker leicht versagt. Wir wissen nicht, ob es ein Fehler in der Steuerdatei war, oder ein Fehler des Druckers. War aber nicht schlimm, kann man nachbohren. Die Karte dann mit Schrauben an der Abdeckung befestigt. Jetzt fehlt nur noch das HDMI-Kabel. Der Raspberry PI Zero hat einen Mini HDMI Anschluss. An für sich braucht man ein 90° gewinkeltes Kabel mit Mini HDMI Stecker auf HDMI Buchse. Dazu sollte die Buchse auch verschraubbar sein. Ich habe lange suchen müssen. Bei AliExpress habe ich dann was gefunden. Hier ist als Option "right angled" und als Länge 0,3m zu wählen. Ich hatte den Fehler gemacht 0,5m zu bestellen. Muss man mehr Kabel unterbringen. Eventuell geht auch die "straight" Variante. Hier gibt es dann auch 15cm Kabellänge, die müssten auch gehen. Ein Adapter von Mini HDMI auf HDMI wird auch benötigt. Bei meinem Raspberry PI Zero war er dabei. Wenn jemand mal über ein Kabel mit Mini HDMI Stecker und verschraubbarer HDMI Buchse mit Kabellängen zw. 15 und 30cm  stolpert, gerne Info an mich.

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Ist halt etwas viel Kabel und suboptimal. Ich habe mir jetzt noch das Kabel mit 30cm Länge und das straight mit 15cm geordert, aber man braucht bei AliExpress schon Geduld, bis die Waren ankommt.

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Aber es passt alles ins Gehäuse rein.

Der erste Test konnte dann auch gleich durchgeführt werden. Meinen kleinen 10" TFT-Monitor per HDMI angeschlossen und den AMIGA eingeschaltet.

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Eine wesentliche Verbesserung zu dem Bild über den normalen Monitorausgang.

 

RGBtoHDMI Converter - alte Version
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